Anfang der 1890er Jahre gründete Sultan Abdul Hamid II. (1876–1909) im Garten des Yıldız Palastes eine Porzellanmanufaktur, die „Kaiserliche Porzellanmanufaktur Yıldız“, mit dem Ziel, die traditionelle türkische Fliesen- und Porzellankunst wiederzubeleben. Die Manufaktur, die beim Erdbeben von 1894 stark beschädigt worden war, wurde noch im selben Jahr vom italienischen Architekten Raimondo D’Aronco wiederaufgebaut. Als dem Palast angegliederte Einheit, ähnlich den Porzellanmanufakturen europäischer Höfe, sollte die Manufaktur den Bedarf an Porzellan für Paläste und Herrenhäuser decken und die produzierten Porzellanwaren unter dem Namen des Osmanischen Reiches und Sultan Abdul Hamid II. weltweit vermarkten. Das Sortiment reichte von großen Ziervasen über Tafelgeschirr und Kaffeeservices bis hin zu Schreibsets. Die Produkte wurden vorwiegend zur Dekoration von Palästen, Herrenhäusern und Pavillons der Spätzeit verwendet; einige besondere Stücke wurden ausländischen Königshäusern geschenkt. Alle in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur Yıldız hergestellten Werke tragen das ursprüngliche Emblem der Manufaktur: Halbmond und Stern. Direkt unter dem Stempel sind das Gründungsjahr der Manufaktur und das Herstellungsjahr des jeweiligen Stücks vermerkt. Diese im naturalistischen Stil des Yıldız Porzellans gefertigten Stücke, die die Architektur und Landschaft jener Zeit darstellen, sind einzigartige historische Dokumente.
Historische Stätten
YILDIZ FLIESEN- UND PORZELLANFABRIK
Beşiktaş, İstanbul
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